Machine-Vision-Software
Die Software bestimmt, was ein Vision-System kann: messen, lesen, prüfen und entscheiden. Wir wählen je Anwendung zwischen bewährter Standardsoftware und individueller KI.
Was leistet Machine-Vision-Software?
Machine-Vision-Software macht aus einem Kamerabild eine Entscheidung. Je nach Anwendung übernimmt sie eine oder mehrere dieser Aufgaben:
- Lokalisieren: das Produkt oder Bauteil im Bild finden, auch wenn seine Lage variiert.
- Messen: Abmessungen, Abstände und Winkel bestimmen.
- Lesen: Text (OCR), Barcodes und DataMatrix-Codes erkennen und prüfen.
- Prüfen: Kratzer, Flecken, fehlende Teile oder andere Fehler erkennen.
- Klassifizieren: Produkte nach Typ, Farbe oder Qualität sortieren.
Standard-Vision-Software des Herstellers
Hersteller wie Omron, Keyence und Cognex liefern ihre Kameras und Controller mit eigener Vision-Software. Eine Prüfung wird darin überwiegend konfiguriert statt programmiert, mit fertigen Werkzeugen für Messung, Codelesen und Mustererkennung.
Dadurch ist Standardsoftware schnell einsatzbereit und gut wartbar für Aufgaben mit klaren Regeln, etwa Maßkontrolle, OCR und Anwesenheitsprüfung. Welche Marken wir einsetzen, lesen Sie auf unserer Seite zu Marken & Komponenten.
Individuelle Software mit KI und Deep Learning
Regelbasierte Software stößt an Grenzen, sobald Produkte natürlich variieren: Textur, feine Farbunterschiede oder Fehler, die jedes Mal anders aussehen. Dafür entwickeln wir eigene KI-Modelle, trainiert auf Bildern Ihres Produkts, mit Verfahren wie Anomalieerkennung (zum Beispiel Anomalib) und Objekterkennung (zum Beispiel YOLOv8).
So haben wir Modelle für die Fehlererkennung auf Leiterplatten, für Abweichungen in der Kunstrasen- und Teppichproduktion und für die Ebenheitsprüfung von Metalloberflächen entwickelt. Mehr zu diesem Ansatz lesen Sie auf unserer Seite zu KI & Deep Learning.
Wie wählen Sie die richtige Software?
Ob Standardsoftware genügt oder eine individuelle Lösung nötig ist, hängt von einigen Fragen ab:
- Lässt sich der Fehler mit festen Regeln beschreiben, oder variiert das Produkt natürlich?
- Wie viel Zeit steht pro Produkt zur Verfügung, und wie viele Kameras müssen gleichzeitig verarbeitet werden?
- Mit welchen Systemen muss die Software kommunizieren, etwa SPS, Roboter, MES oder SCADA?
- Wer betreut das System später, und wie oft ändert sich das Produktsortiment?
Oft ist die beste Lösung eine Kombination: Standardsoftware für Messen und Codelesen, ergänzt durch ein KI-Modell für die schwierigen Fehler.
Integration in Ihre Maschine
Software bringt erst dann Nutzen, wenn ihr Ergebnis auch etwas auslöst. Unsere Systeme kommunizieren mit SPS, Robotern, Delta-Pickern und SCADA-Systemen über Protokolle wie Profinet, Modbus und EtherCAT. Wie wir Kamera, Optik und Beleuchtung aufeinander abstimmen, lesen Sie unter Technik & Integration.
Unsicher, welche Software zu Ihrer Prüfung passt?
Senden Sie uns einige Beispielbilder oder beschreiben Sie die Anwendung. Wir beraten Sie unverbindlich, welcher Ansatz am besten funktioniert.